Ich haue jetzt mal einen raus: Ich finde, dass moderne, gelungene Texte den Empfänger emotional berühren sollten. Und ich meine „positiv berühren“. Das gelingt nicht immer. Das muss nicht immer sein. Und das funktioniert nicht bei allen Themen und Anlässen. Aber bei vielen.

Sie können sich zurecht fragen, ob es wichtig ist, dass Ihre E-Mail jemanden „berührt“. Schließlich verschicken Sie nur ein Protokoll, nur ein Datenblatt, nur irgendeine Anlage. Und ich frage: Was ist schon wichtig?

Ist es wichtig, ob Sie im Supermarkt die Kassiererin mit einem „Guten Morgen“ oder einem „Morgen“ grüßen? Ist es relevant, ob Sie auf den Wunsch „Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag“ mit „Danke schön, das wünsche ich Ihnen auch“ oder mit „Dito“ reagieren?

Also, was ist schon wichtig?  

Meine Meinung: „What goes around comes around”. Wir würden wahrscheinlich sagen „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch hinaus“.

Mehr geht nicht?

„Vielen Dank für Ihre freundliche E-Mail“, das halten die meisten Menschen schon für die Ausgeburt an Freundlichkeit. Erstmal bedanken – schadet nie. Doch, tut es.

Angenommen, ich beschwere mich schriftlich bei einem Dienstleister über etwas und erhalte eine E-Mail, die startet mit „Vielen Dank für Ihre E-Mail“, dann ist das für mich eine überaus sinnlose Einleitungsfloskel. Ähnlich wie in Corona-Zeiten jemanden zu begrüßen mit „Alles gut?“ Diese Frage macht mich jedes Mal nahezu sprachlos, so gedankenlos finde ich sie.

Sich Gedanken machen – das ist das Stichwort

Korrespondenz ist dann empfängerorientiert und modern/zeitgemäß, wenn Sie sich Gedanken gemacht haben, worum es in Ihrem Text überhaupt geht. Und dann müssen Sie noch bereit sein, die bisherigen Floskeln, die Ihnen Sicherheit geben, weil das eben alle so machen, über Bord zu werfen.

So bekommen Sie den Dreh heraus

Denken Sie an „Alles gut?“, wenn Sie jemanden treffen. Was wollten Sie eigentlich sagen? 

  • Schön Sie zu sehen.
  • Sie sehen gut/frisch/erholt/fröhlich aus.
  • Erstaunlich, dass wir uns ausgerechnet hier über den Weg laufen.
  • Eine schöne Überraschung, Sie hier zu sehen.
  • Du strahlst so.

Ein „Besuch“ bei einem Juwelier endete damit, dass ich unverrichteter Dinge den Laden verließ, weil niemand im Verkaufsraum war und der Security-Mitarbeiter sich nicht um mich scherte. Auf meine Beschwerde-E-Mail bekam ich eine Antwort, die mit diesem Einstiegsatz:

Sehr geehrte Frau Marbach,

vielen Dank für Ihren freundlichen Besuch in unserer Boutique auf der Königsallee.

Meine Meinung: Ich fühlte mich veräppelt.


Mir hätte so etwas gut gefallen:

Guten Tag, Frau Marbach,

es tut uns sehr leid, dass Sie heute nicht den Service erhalten haben, den Sie sich zurecht erhofft hatten. Dass niemand für Sie da war, ist unverzeihlich. Bitte entschuldigen Sie vielmals.

Meine Meinung: Sehen Sie, das ist ganz einfach. So formulieren Sie präzise, reden nicht um den heißen Brei, sondern Tacheles und schreiben, worum es wirklich geht. Und schon fühlt der Kunde sich wertgeschätzt.

Wie Sie es schaffen, Ihre Texte so zu formulieren, dass Sie Menschen damit erreichen, berühren, besänftigen, begeistern und die gleichzeitig seriös und kreativ sind, erfahren Sie in meinem Webinar „Korrespondenz aktuell“. Bringen Sie wieder frischen Wind in Ihre E-Mails und Briefe.

Für alle, denen formale Vorgaben wichtig sind: Sie werden nach dem Training auch die neue DIN 5008 kennen, die erst neulich, April 2020, verabschiedet wurde. 

Alle Details zu diesem Online-Training lesen Sie hier: https://www.claudia-marbach.de/webinare/korrespondenz-aktuell.html

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